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          Torsten Kosfeld                 

                                      Toto                                                     

               DATA - CENTER                         

          


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                                     DATA-CENTER:


Leitfaden Betriebssicheres Rechenzentrum:



Bei der Planung eines Rechenzentrums stellen sich viele Fragen. Wie wirkt sich dabei die Größe des Data Centers auf die Rechenzentrumsfläche aus?

 

Das Verhältnis zwischen Länge und Breite eines Rechenzentrums ist wesentlich wichtiger, als die tatsächliche Größe des Data Centers. Die Größe hängt ganz einfach von der Anzahl der Serverschränke ab, die benötigt werden, was naturgemäß von Rechenzentrum zu Rechenzentrum unterschiedlich sein kann.

Ein Verhältnis zwischen Länge und Breite eines Data Centers von 3:4 ist für die meisten Anwendungsfälle optimal, allerdings gibt es dabei noch weitere Faktoren wie die mögliche Serverdichte zu bedenken. Zudem kann auch schon ein Meter mehr oder weniger bei Breite oder Länge des Data Centers die Rechenzentrumsfläche enorm verändern. Aus diesem Grund muss auch der Platzbedarf für große Kühlanlagen und Stromverteilung sorgfältig mit eingerechnet werden. Insgesamt kann sich das gesamte Equipment abseits der reinen Rechenzentrumsfläche deutlich auf die für Serverschränke zur Verfügung stehende Fläche und damit auf die Anzahl der zu installierenden Server auswirken. Das Verhältnis von 3:4 dürfte für die tatsächliche Rechenzentrumsfläche daher dann eher zu einem Verhältnis von 2:3 werden, wenn dieser Platzbedarf abgezogen wird.

Egal ob In-Row-Kühlung, Rear Door Heat Exchanger oder direkte Flüssigkühlung, die nutzbare Rechenzentrumsfläche ändert sich bei all diesen Kühlvarianten nicht wesentlich. Die Länge der Serverreihen ist dabei eher unwichtig, weil sowohl die Kühlluft als auch die Abwärme so oder so keine großen Distanzen überwinden müssen. Damit dürfte für ein Data-Center-Design jedes Verhältnis zwischen 2:3 und 1:1 funktionieren. Die Stromversorgung aber wird weit mehr als die Kühlung zum beschränkenden Faktor.

Stützpfeiler sind in jedem Fall der größte Störfaktor beim Rechenzentrumsdesign. Sie verschwenden oft Platz für Serverschränke und können zudem eine größere Breite der Gänge vorgeben, als eigentlich nötig wäre. Zu guter Letzt gilt für sehr große Rechenzentren, dass es meist effizienter ist, sie in kleinere Module oder Sektionen aufzuteilen. Damit kann das Data Center mit unterschiedlichen Technologien oder Tier-Level geplant und umgesetzt werden.

Kurz gesagt gibt es wohl keine eindeutig richtige Antwort auf die Frage, wie groß ein Rechenzentrum dimensioniert sein sollte und wie sich die Ausmaße auf die nutzbare Rechenzentrumsfläche auswirken. Meist geben eher Begleitumstände die Form und Größe des Data Centers vor.

Wenn man aber die Möglichkeit hat, von Anfang an sein Data Center selbst planen zu können, dann sollte am Ende ein Rechenzentrum ohne Stützpfeiler mit einer großen Rechenzentrumsfläche für das IT-Equipment dabei herauskommen. Das ist weit wichtiger als die vermeintlich richtige Größe. Wenn ein Bauplan eine genügend große Rechenzentrumsfläche vorsieht, dann sollte man ihn umsetzen. Andernfalls kann der Raum auch einfach länger geplant werden, um die Fläche zu erhöhen. Die tatsächlichen Dimensionen spielen dabei kaum eine Rolle.

 

Tipps zur erfolgreichen Rechenzentrumsplanung

Von der Gebäudeauswahl bis hin zum richtigen Level der Verfügbarkeit gibt es einige Punkte, die bei der Planung eines Data Centers zu beachten sind.

 

Die Anforderungen und Kosten bei Planung und Design eines Rechenzentrums sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Hier sollte man von Anfang an die richtigen Entscheidungen treffen, noch bevor es an Budgetplanung oder erste Baupläne geht, denn Fehler in der Planungsphase führen fast immer zu Problemen im Betrieb.

Entsprechende Fehlplanungen eines Data Centers im laufenden Betrieb zu beheben ist schwer, teuer und für die laufenden Prozesse äußerst riskant. Dieser Design Guide soll daher bei der richtigen Planung eines Rechenzentrums helfen, was größere Anpassungen im laufenden Betrieb später unnötig machen dürfte.

Die wichtigsten Faktoren bei der Planung eines Rechenzentrums sind das gewünschte Level der Verfügbarkeit, die Möglichkeit zur Vergrößerung oder Verkleinerung des Data Centers, die Stromversorgung und Kühlung sowie die Auswahl des richtigen Gebäudes.


Das richtige Level an Verfügbarkeit wählen

Natürlich würde jeder seine eigenen Systeme und Applikationen als äußerst geschäftskritisch einschätzen, die einzig wahre Messgröße muss aber sein, wie das Unternehmen als Ganzes mit einem Ausfall zurechtkommen würde. Ein ausgefallenes System kann ein Sicherheitsrisiko darstellen, vielleicht sogar menschliches Leben gefährden oder andere ernsthafte Risiken freisetzen. Vielleicht führt das ausgefallene System aber auch nur zu finanziellem Schaden oder einem Verlust des guten Rufes.

Die Auswirkung eines Ausfalls sollte in Relation zur Dauer des Ausfalls quantifiziert werden: fünfzehn Minuten, dreißig Minuten, eine Stunde, zwei Stunden, vier Stunden, acht Stunden und länger. Damit lässt sich bei der Planung des Rechenzentrums herausfinden, welches Level an Redundanz nötig ist. So lassen sich zudem die Kosten der angestrebten Verfügbarkeit mit den Kosten eines potenziellen Ausfalls vergleichen.

Es kommt leider oft vor, dass der Anwender bei der Planung eines Data Centers rigoros die strengen Vorgaben eines nach Tier IV (Uptime Data Center Tier Standards) zertifizierten Rechenzentrums spezifiziert, ohne dabei genau über die Konsequenzen für Komplexität, Kosten und späteren Support Bescheid zu wissen. Selbst wenn eine Verfügbarkeit von Tier IV tatsächlich gerechtfertigt ist, dann wahrscheinlich nicht für das gesamte Rechenzentrum, vor allem in größeren Data Centern. Hier sollte man über unterschiedliche Zonen nachdenken, bei denen weniger kritische Systeme mit einer Verfügbarkeit von Tier III oder vielleicht sogar Tier II geplant werden.

Eine realistische Einschätzung der benötigten Verfügbarkeitslevel, System für System, sollte daher der erste Schritt bei Planung und Design eines Rechenzentrums sein. Mit dieser Information und einem guten Verständnis davon, welche Faktoren letztendlich zu welcher Tier-Einstufung führen, lässt sich das Rechenzentrum in der optimalsten und kosteneffizientesten Weise planen.

Selbst wenn die gesamte Einrichtung dabei mit einheitlicher Redundanz und Verfügbarkeit entworfen wird, helfen die Überlegungen zur Uptime-Einstufung trotzdem dabei, die bestehenden Systeme im Fall eines Ausfalls zu priorisieren.

 

Möglichkeit zum Vergrößern und Verkleinern schaffen

Während die Cloud vor allem für all die Rechenzentrumsbetreiber schnelle Abhilfe verspricht, die langsam aber sicher auf Platzprobleme stoßen, behalten viele Unternehmen ihre geschäftskritischen Systeme aus verschiedenen Gründen lieber im eigenen Data Center. Eine fundierte Data-Center-Planung sollte also sowohl Überlegungen für eine Verkleinerung wie auch für eine Vergrößerung des Rechenzentrums beinhalten, da oft Ressourcen in die Cloud ausgelagert werden, diese in vielen Fällen aus Kosten- oder Performance-Gründen aber auch wieder zurückgeholt werden.

Selbst wenn die Anzahl der Serverschränke zurückgeht, gibt es oft unabhängig davon große Temperatur- und Energielasten. Kleinere IT-Hardware geht meist auch mit geringeren vertikalen Dimensionen einher, was wiederum eine größere Tiefe bedeutet. Standard-Racks haben inzwischen eine Tiefe von 42 bis 48 Zoll (1060 bis 1200 Millimeter), während früher noch 36 Zoll (900 Millimeter) als Standard galten. Damit benötigen heutige Rechenzentren breitere Gänge, um Racks und Equipment darin unterzubringen.

Mit Serverschränken mit einer Breite von mehr als den früher üblichen 24 Zoll (600 Millimeter) wurde auf die erhöhte Kabeldichte und die immer größere Stromversorgung reagiert, um negativen Auswirkungen auf den Luftstrom vorzubeugen. Die heute empfohlene Norm liegt bei einer Breite von 30 Zoll (760 Millimeter). Die größere Tiefe und Breite der Serverschränke erhöht damit den Bedarf an Rechenzentrumsfläche, ohne dass hierfür eine größere Anzahl an Racks eingeplant werden könnte.

Je mehr Hardware in ein Rack verbaut wird und je mehr Leistung jedes Gerät erbringt, umso mehr Energie wird benötigt, was letztlich wiederum zu Wärme führt, die gekühlt werden muss. Hinter dieser Veränderung stehen vor allem Virtualisierung und Konsolidierung physischer Hardware. Dicht gepackte Systeme erfordern aber auch mehr Platz für unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Stromverteilung und Kühlung, was inzwischen oft direkt in den Rack-Reihen verbaut wird.

Die weitere Entwicklung eines Data Centers vorherzusagen ist vor allem in Unternehmen schwer, die Übernahmen planen, sowie in der Forschung, wo neue Finanzmittel oft relativ schnell in neue Systeme investiert werden. Letztendlich gibt es keine verlässliche Methode, das Wachstum eines Rechenzentrums für mehr als ein Jahr vorherzusehen. Eine realistische Einschätzung der möglichen Wahrscheinlichkeiten für eine Vergrößerung oder Verkleinerung des Rechenzentrums sollte aber den Einsatz modularer Rechenzentrumskapazitäten möglich machen, mit denen sich die Ressourcen dem Bedarf entsprechend skalieren lassen. Diese Flexibilität ist die wahre Messgröße eines erfolgreichen, modernen Rechenzentrumdesigns.

 

Energie und Kühlung

 

Sobald die grundlegenden Anforderungen an das Data Center vorliegen, können konkrete Parameter erarbeitet werden, beginnen sollte man hier mit Energieversorgung und Kühlung. Die Berechnung von Watt pro Quadratmeter gilt dabei mittlerweile als überholt, da heutige Rechenzentren alles andere als einheitliche Leistungsmerkmale über die gesamte Rechenzentrumsfläche aufweisen. Für Durchschnittswerte zu planen heißt hier letztlich, an manchen Stellen zu wenig, an anderen zu viele Kapazitäten vorzuhalten, was schnell zu unnötigen Kosten führt.

Stattdessen gilt es, Energieverbrauch und Wärmelast pro Schrank zu schätzen. Bestehende Serverschränke können leicht über entsprechende Messtechnik ausgemessen werden. Dabei sind einmalige Messungen zwar weniger aussagekräftig als längerfristige Messungen, helfen aber trotzdem dabei, für die Planung erste Anhaltspunkte zu erhalten.

 

Faktoren der Gebäudeauswahl

 

Nicht zuletzt spielt auch das Gebäude eine zentrale Rolle für Planung und Design des Data Centers. Selbst bei Greenfield-Vorhaben, bei denen ein Gebäude komplett neu errichtet wird, gibt es bestimmte Grenzen. So müssen beispielsweise vorhandene Infrastruktur und umstehende Gebäude berücksichtigt werden, was oft den ursprünglichen Planungen zuwiderläuft.

Wenn man aber bestehende Gebäude nutzen muss, gibt es oft enorme Einschränkungen der Planungsmöglichkeiten. Oft unterbrechen beispielsweise Deckenpfeiler die Rack-Reihen der Rechenzentrumsfläche, was eine effiziente Flächennutzung erschwert. Auch unregelmäßig verlaufende Wände können die Rechenzentrumsfläche einschränken.

Das Verlegen von Bodenplatten könnte eine strukturelle Verstärkung des Gebäudes nötig machen, oder eine größere Ausweitung der Gänge, um das Gewicht des IT-Equipments besser zu verteilen. Die Gebäudehöhe wiederum könnte Planungen für einen Doppelboden zunichtemachen, weil der geringere Bodenabstand dann unter Umständen nicht mehr für die benötigte Kühlluft ausreicht. Die Raumhöhe entscheidet auch darüber, ob es genug Platz für die Warmluftabführung oder für eine Top-of-the-Rack-Installation gibt. Wenn kein Doppelboden installiert werden kann, dann werden typischerweise alle Strom- und Datenkabel sowie Kühlung und Licht über den Racks verbaut, was beim falschen Design zu Problemen führen kann.

Bestehende Fenster sind ein großes Problem in Rechenzentren und sollten entweder zugemauert oder zumindest verdeckt werden. Ein weiteres kritisches Element sind Frachtenaufzüge, über die schweres Equipment ohne langwierige und schwierige Wege transportiert werden kann. Eine der wichtigsten Grundlagen ist die ausreichende Versorgung mit Strom und Datenleitungen, ohne die entweder die Kosten enorm steigen oder die ganze Planung von Anfang an limitiert ist.

Auf dem Gelände eines Rechenzentrums sollte überdies immer genug Platz sein für Kühlgeräte, Wärmetauscher und Stromgeneratoren. Diese Geräte verursachen auch teilweise enorm viel Lärm, was ebenfalls in die Planung mit einfließen sollte.

Data Center sind keine Ware von der Stange, die überall auf die gleiche Weise errichtet werden können. Selbst Container-Rechenzentren sind in gewisser Weise immer angepasst. Gerade für selbst geplante Data Center gilt aber, dass sich der enorme Investitionsaufwand auch in der ausreichend langen Planungsphase wiederspiegeln sollte.


Wie lässt sich bei der Data-Center-Planung der Server-Stromverbrauch abschätzen?

Bei der Data-Center-Planung spielt der Energieverbrauch eine entscheidende Rolle. Wie lässt sich der Stromverbrauch pro Server-Rack abschätzen?

 

Bei der Planung des Gesamtenergieverbrauchs ist ein Ansatz nach Kilowatt pro Rack (kW/Rack) jedenfalls wesentlich hilfreicher als nach Watt pro Quadratmeter (W/m²), was schon seit Jahren keine valide Messgröße mehr ist. Die richtige Methode zur Abschätzung des zukünftigen Stromverbrauchs hängt dann letztlich davon ab, wie viele Informationen über die möglicherweise bereits bestehende Infrastruktur sowie über deren Wachstum vorhanden sind.

Am Anfang sollte das Erstellen repräsentativer Gerätegruppen als sogenannte Kapazitätseinheiten stehen. Dabei ist aber darauf zu achten, die Einteilung nicht zu granular vorzunehmen. Ein voluminöses, alleinstehendes System könnte zwar eine einzelne Kapazitätseinheit darstellen. Für normale Schränke in einem Rechenzentrum mit einer Fläche unterhalb von 1.000 m² dürften acht bis zwölf Einheiten-Definitionen jedoch mehr als ausreichen.

Damit würde man also nicht für jeden Serverschrank eine eigene Kapazitätseinheit festlegen, weil die Server ja auch in Gruppen geplant und aufgestellt werden. Beabsichtigt sind vielmehr realistische, generische Anforderungsprofile, die sich für den gesamten Raum hochrechnen lassen.

Die Abschätzung des zu erwartenden Energiebedarfs ist für die Planung von Rechenzentren eine der größten Herausforderung – ohne absolute Antwort und ohne einfache Lösung.

 

Bei der Planung des Gesamtenergieverbrauchs ist ein Ansatz nach Kilowatt pro Rack (kW/Rack) jedenfalls wesentlich hilfreicher als nach Watt pro Quadratmeter (W/m²), was schon seit Jahren keine valide Messgröße mehr ist. Die richtige Methode zur Abschätzung des zukünftigen Stromverbrauchs hängt dann letztlich davon ab, wie viele Informationen über die möglicherweise bereits bestehende Infrastruktur sowie über deren Wachstum vorhanden sind.

Am Anfang sollte das Erstellen repräsentativer Gerätegruppen als sogenannte Kapazitätseinheiten stehen. Dabei ist aber darauf zu achten, die Einteilung nicht zu granular vorzunehmen. Ein voluminöses, alleinstehendes System könnte zwar eine einzelne Kapazitätseinheit darstellen. Für normale Schränke in einem Rechenzentrum mit einer Fläche unterhalb von 1.000 m² dürften acht bis zwölf Einheiten-Definitionen jedoch mehr als ausreichen.

Damit würde man also nicht für jeden Serverschrank eine eigene Kapazitätseinheit festlegen, weil die Server ja auch in Gruppen geplant und aufgestellt werden. Beabsichtigt sind vielmehr realistische, generische Anforderungsprofile, die sich für den gesamten Raum hochrechnen lassen.

Dabei sollte man dann aber auch die Leistungsaufnahme nicht überschätzen. Typenschilder auf IT-Geräten sind hier eher verwirrend, da sie zu extremen Überkapazitäten führen können. Nach Möglichkeit sollte hier eher der Online-Konfigurator der Hersteller genutzt werden. Als letzter Ausweg ließe sich auch die Leistungsangabe des Servers verwenden – ein Server mit 300-Watt-Netzteil wird niemals 800 Watt verbrauchen. Damit gilt: Die Stromversorgung sollte natürlich auf Basis des tatsächlichen Stromverbrauchs dimensioniert werden.

IT-Equipment mit doppelter Verkabelung sorgt für Redundanz und die Leitungen teilen sich die Last. Kann ein zweifach verkabelter Server auf zwei 300-Watt-Netzteile zurückgreifen, so wird er im Leistungsplan noch immer nicht mehr als 300 Watt verbrauchen, da jedes der beiden Netzteile die größtmögliche Belastung des Servers auch alleine schultern könnte (jenseits von Überlegungen zur Effizienz der Stromversorgung).

Eine andere Möglichkeit zur Berechnung des Gesamtverbrauchs ist der Rückgriff auf typische Standardwerte der Industrie. Wer nicht gerade High-Performance Computing betreibt, der kann seine Server meist einfach in drei Gruppen mit unterschiedlicher Leistungsaufnahme einordnen: Die Schränke der ersten Gruppe liegen im Bereich von 3,5 bis 5 kW, die der mittleren Gruppe bei 5 bis 10 kW und die Server mit der höchsten Energieaufnahme im Bereich 10 bis 15 kW.

Die genaue Anzahl der Rack-Typen zur Hochrechnung hängt dann vom jeweiligen Rechenzentrum ab. Typischerweise dürften Data Center etwa 50 Prozent ihrer Server im Bereich der ersten Gruppe, 35 Prozent in der mittleren und 15 Prozent in der obersten Gruppe laufen haben.

Nachdem eine der hier vorgestellten Methoden angewendet wurde, sollte immer auch eine anschließende Plausibilitätsprüfung vorgenommen werden, indem die bestehenden Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USVs) durch die Anzahl bestehender Server-Racks dividiert wird und man so einen Durchschnittswert erhält.

Die Abschätzung sollte dann für die geplante Anzahl an Schränken und deren erwarteten Gesamtenergiebedarf wiederholt werden. Wichtig ist hier auch zu beachten, dass die allerwenigsten Server-Deployments im tatsächlichen Betrieb nicht auch nur ansatzweise in die Nähe der ursprünglichen maximalen Gesamtenergieverbrauch kommen.

Liegt der vorausberechnete Durchschnittswert mehr als eineinhalb Mal höher als der bisherige Durchschnittswert, dann sollten die Zahlen noch einmal genauer überprüft werden. Ein solches Ergebnis geht durchaus in Ordnung, wenn aufgrund neuer Geschäftsanforderungen oder vermehrter Virtualisierung auf Blade-Servern High-Density-Racks geplant werden. Sollte es aber keinen triftigen Grund für eine so hohe Server-Dichte geben, dann sollten die Planungen zum Energieverbrauch noch einmal einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden.


10 wichtige Arbeitsabläufe für effektiveres Data-Center-Management

Data Center müssen Richtlinien und Betriebsabläufe definieren. Diese zehn Punkte sollten zum Leitfaden für Standard-Verfahrensweisen gehören.

Jedes Data Center muss seine Richtlinien, Verfahrensweisen und Betriebsabläufe definieren.

Im Idealfall geht eine Dokumentation über die technischen Details der Anwendungskonfiguration und Benachrichtigungs-Matrizen hinaus. Diese Top-Ten-Liste sollte in Ihrem Data Center zu den Anleitungen für Standard-Betriebsverfahren gehören.

1. Änderungs-Kontrolle (Change Control)

Es sollte formelle Verfahren für die Kontrolle von Änderungen im Data Center geben. Erstellen Sie zusätzlich ein Verzeichnis der Mitglieder aus dem Bereich Änderungskontrolle und setzen Sie Formulare auf, die Wünsche, Pläne und Protokolle beinhalten.

2. Zugehörige Einrichtungen und Anlagen

Informationen über ein Programm zur Prävention von Verletzungen sind stets angebracht. Unterlagen über die Notabschaltung von Strom und Kühlung sind ebenfalls wichtig. Weiter sollten Sie Dokumente über das Brandschutz-System bereitstellen sowie Formulare zur Meldung von unsicheren Arbeitsbedingungen. Denken Sie auch an einen Leitfaden für das Sicherheitstraining neuer Mitarbeiter, Protokolle und Anwesenheitslisten, Meldeformulare bei Krankheit oder Verletzung und Richtlinien für Besucher.

3. Personal-Management

Stellen Sie Richtlinien für Technologie-Schulungen und Nutzungsbestimmungen für das Data Center zur Verfügung. Außerdem sollten Sie mit folgendem Material ausgerüstet sein: Arbeitszeit-, Schicht- und Urlaubspläne, aktualisierbare Formulare mit Notfall-Ansprechpartnern für Mitarbeiter, Anti-Mobbing- und Diskriminierungsverordnungen sowie Maßnahmen gegen Gewalt am Arbeitsplatz.

4. Security

Die Security ist für die meisten Unternehmen ein essenzieller Bereich. Das gilt im Speziellen für das Data Center. Alle Mitarbeiter benötigen Zugang zu den Security-Richtlinien Ihrer Firma. Das ist bereits die halbe Miete. Ein IT-Unternehmen sollte auch Bestimmungen für Drittanbieter oder Kunden haben, die auf das System zugreifen. Weiterhin sollte es Unterlagen geben, die folgende Inhalte behandeln: Sicherheitsverletzungen, Wirtschaftsprüfungen, die Klassifizierung von sensiblen Daten, Vertraulichkeit, physische Sicherheit, Passwörter, Informationskontrolle, Verschlüsselung und die System-Zugriffskontrollen.

5. Vorlagen

Stellen Sie Vorlagen für Dokumentationen bereit, die regelmäßig im Data Center verwendet werden. Das macht es einfacher, die benötigten Daten akkurat in einem Format zu erfassen, mit dem Ihre Mitarbeiter vertraut sind. Vorlagen, die für Sie von Nutzen sein können, sind zum Beispiel: Richtlinien, Abläufe, Protokolle und Benutzerhandbücher sowie Formulare für Tests und zur Berichterstattung.

6. Krisen-Management

Legen Sie bereits im Vorfeld fest, was im Fall einer Krise oder eines Desasters beachtet werden muss. Das kann den Stress in einer ernsten Situation erheblich mindern. Legen Sie eine Aufstellung mit wichtigen Fakten zum Thema Krisen-Management im Data Center an. Dazu gehören: eine Liste von Mitgliedern des Krisenstabs, Notfallplanung, eine Eskalations- und Benachrichtigungs-Matrix, eine Disaster-Recovery-Checkliste, Leitlinien für die Kommunikation und Formulare für die Aktualisierung der Lage. Außerdem sollten Richtlinien und Abläufe erfasst werden, sowie die Vorgehensweise bei einem Todesfall.

7. Bereitstellung (Deployment)

Wiederholbare Prozesse sind der Schlüssel, wenn man schnell und erfolgreich Workloads zur Verfügung stellen möchte. Geben Sie an Ihre Mitarbeiter die folgenden Abläufe vor: Aktivierungs-Checklisten, Installationsverfahren, Einsatzpläne, Aufbewahrungsort der Server-Grundinstallationen oder -Images, Revisions- oder Änderungs-Historie der Grundinstallationen oder Images und die Aktivierung nach erfolgreichen Tests.

8. Materialverwaltung

Behalten Sie mittels Data Center Infrastructure Management (DCIM) die Kontrolle über Ihr technisches Inventar. Das wird sich auszahlen. Erwägen Sie, diese Elemente in die Dokumentations-Bibliothek Ihres Unternehmens aufzunehmen: Richtlinien für die Materialanforderungen und Bestellabwicklung, sowie Regelungen bei Empfang und Nutzung der Geräte für Testzwecke. Weiter sollte es einen Leitfaden geben, der Handhabung, Aufbewahrung, Inventarisierung und Sicherung von Hard- und Software regelt. Formulare, die vorgeben wie Hardware beantragt und für Testzwecke ausgeliehen werden kann, sind ebenfalls sinnvoll.

9. Interne Kommunikation

Die Interaktion mit anderen Bereichen und Abteilungen innerhalb eines Unternehmens kann einfach sein. Dennoch ist es immer hilfreich, eine Kontaktliste aller Mitarbeiter jeder Abteilung zu erstellen. Diese sollte die geschäftlichen Telefonnummern und E-Mail-Adressen beinhalten. Zudem kann eine Aufstellung mit den Services und Funktionen jeder Abteilung sehr praktisch sein. Vor allen Dingen dann, wenn Sie die Unterstützung anderer Unternehmensbereiche in Anspruch nehmen wollen.

10. Technische Standards

Für jedes Unternehmen ist es wichtig, neue Technologien im Data Center zu testen, zu überprüfen und zu implementieren. Überlegen Sie, ob es sinnvoll wäre, diese Arbeitsschritte in die Handbücher für Standard-Betriebsverfahren ihrer Firma aufzunehmen: Antragsformulare für neue Technologien, Formulare für Berichte und Evaluierungen von Technologien, Beschreibungen von Standards und Prüfverfahren, Überprüfung von Standards und Veränderungsprozessen, sowie Richtlinien für Testgeräte.



 Tier-Level Klassifizierung DATA CENTER: